Riesen-Zoff im deutschen Tennis

Der Streit eskaliert!

Philipp Kohlschreiber (29) attackiert Patrik Kühnen (46) in der „SZ“, hält eine Versöhnung mit dem Daviscup-Teamchef für „fast unmöglich“. Seit Monaten schwelt der Zoff zwischen den beiden. Jetzt soll es einen Krisengipfel geben. DTB-Präsident Karl Georg Altenburg fordert eine Aussprache zwischen den beiden.

Kohlschreiber weigert sich, im kommenden Jahr für Deutschland Daviscup zu spielen – wenn Kühnen weiter Kapitän bleibt. Und danach sieht es aus. Sein Vertrag soll um weitere zwei Jahre verlängert werden. Stand heute wird Deutschlands Nr. 1 nicht im Februar beim Erstrundenspiel in Argentinien an den Start gehen.

Kohlschreiber in der „SZ“: „Ich habe keine Rückendeckung bekommen, es wurden Tatsachen verdreht, bis heute ist das nicht öffentlich klargestellt worden. Begonnen hat es in Bamberg.“


Kohlschreiber klagt Tommy Haas an, er habe schlechte Stimmung gegen ihn gemacht

Kohlschreiber klagt Tommy Haas an, er habe schlechte Stimmung gegen ihn gemacht

Für die Partie gegen Argentinien vor acht Monaten hatte Kohlschreiber wegen einer Erkrankung abgesagt. Tommy Haas kritisierte öffentlich, dass Kohlschreiber sich danach nicht mal gemeldet habe, um dem Team Glück zu wünschen. Kohlschreiber: „Tommy hat schlechte Stimmung gegen mich verbreitet, und Patrik hat die Diskussion einfach laufen lassen.“

Sämtliche Versöhnungsversuche scheiterten. Bei den US Open suchte Kühnen das Gespräch mit Kohlschreiber. Doch danach kippte Deutschlands Top-Spieler wieder Öl ins Feuer.

Kühnen damals: „Ich hatte bei den US Open ein gutes Gespräch mit Philipp und gedacht, dass dieQuerelen ausgeräumt sind. Danach hat er sich gegenüber den Medien wieder anders geäußert und den Inhalt unseres Gespräches konterkariert. Das hat mich geärgert.“ Kühnen („Irgendwann ist die Grenze erreicht“) schmiss Kohlschreiber aus dem Team für das Relegationsspiel gegen Australien.

Jetzt kritisiert Kohlschreiber, Kühnen habe ihm den Rausschmiss direkt vor dem Achtelfinale-Spiel bei den US Open gegen Janko Tipsarevic mitgeteilt, das der Deutsche verlor. „Patrik hat mich am Tag vor meinem Achtelfinale bei den US Open gegen Tipsarevic angerufen. Tipsarevic' Umfeld soll sich beim DTB dafür bedankt haben.”

DTB-Boss Altenburg will jetzt endlich den unsäglichen Streit beenden, sagt: „Nachdem wir in der Vergangenheit Philipp Kohlschreiber und Patrik Kühnen in persönlichen Gesprächen mehrfach aufgefordert haben, sich zusammenzusetzen und auszusprechen, werde ich die Beteiligten nun zu einem gemeinsamen Gespräch einladen. Für die anstehenden Aufgaben brauchen wir eine starke Mannschaft und Teamgeist. Dafür werden wir jetzt so schnell wie möglich die Basis schaffen.“

Boris Becker hatte schon bei den US Open angemahnt, zu handeln. In der BamS sagte er: „Wir brauchen jetzt in der Führung eine klare Handschrift, was es heißt, Daviscup und Olympia spielen zu dürfen. Da hätten wir vor einem halben Jahr das durchziehen sollen, was wir uns vorgenommen haben.“

BILD.de meint: Dieser Streit hat dem deutschen Tennis Schaden zugefügt. Der DTB-Boss muss ein Machtwort sprechen. Und das möglichst schnell.

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