Freihandel: Mercosur will bald Abkommen mit EU

Man habe auf technischer Ebene ein Angebot unterbreitet, sagte der paraguayische Aussenminister Eladio Loizaga. Der Mercosur habe eine Liste von 80 Handelsbarrieren erarbeitet, die man mit der EU abbauen wolle, um den Warenaustausch zu stärken.

Streit zwischen Argentinien und Venezuela

Begleitet wurde der 49. Mercosur-Gipfel von einem Streit zwischen der argentinischen und der venezolanischen Regierung. Argentiniens neuer Präsident Mauricio Macri warf dem sozialistischen Präsidenten der Ölmacht Venezuela, Nicolás Maduro, undemokratisches Verhalten vor. Er fordere, die «rasche Befreiung der politischen Gefangenen in Venezuela», sagte Macri.

Dort wird die Opposition im neuen Parlament, das am 5. Januar erstmals zusammentritt, eine Zweidrittelmehrheit stellen. Maduro warnt vor einem «Putsch» und einem Zurückdrehen der Sozialreformen, von denen ärmere Schichten in dem Land profitieren. An dem Treffen nahmen die Präsidenten von Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Venezuela teil. Seit 1999 verhandeln EU und Mercosur über Freihandel und den Abbau von Zollschranken.

Venezuela blockiert

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich eindeutig für das Abkommen ausgesprochen, das innerhalb des Mercosur vor allem Venezuela blockiert. Ein Knackpunkt ist für die Mercosur-Staaten die Sorge um eine Verdrängung einheimischer Agrarprodukte.

Der «Gemeinsame Markt des Südens» wurde 1991 gegründet und umfasst knapp 290 Millionen Menschen. Würde die Staatengemeinschaft als ein Land gelten, wäre sie mit einem Bruttoinlandprodukt von 3,2 Billionen US-Dollar die fünftgrösste Volkswirtschaft der Welt.

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